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Musikalische Ergüsse
Soo, hier würd' ich euch gerne ein bisschen über meine (nichtvorhandenen, wie mancheiner sagen würde) musikalischen Vorlieben erzählen. [Für Genreerklärungen siehe Extra-Blatt!] Meine ersten musikalischen Erfahrungen, seien sie auch nur passiv, datieren vom Jahr 1985. In diesem Jahr bekam ich von meinem Großvater ein altes Radio, auf dem ich Musik rauf und runter hörte(siehe Bild). Die ersten aktiven musikalischen Erfahrungen kamen mit der Einschulung. Mit dem Einstieg in die erste Klasse begann auch mein Klavierunterricht bei einer Privatlehrerin. Jeden Dienstag nach der Schule besuchte ich den Unterricht. Zwei Wochen später wurde mir mitgeteilt, dass sich ein musikalisch-theoretischer Unterricht als vorteilhaft erweisen würde, also meldete mich meine Mutter an der Musikschule Dolgenseestraße(hier lernte ich u.a. Andrea und Ksenia kennen, die jetzt in meinem Musikkurs sind). Leider verstand ich vieles von dem, was mir dort erzählt wurde, nicht und deshalb bestand ich die Abschlussprüfung nur mit Biegen und Brechen - ich bekam eine 4+. Auch beim Klavierunterricht wollte es nicht so recht klappen. All dies besserte sich erst mit dem Musikunterricht in der 5. Klasse bei Herrn Dr. Sell. Auf einmal bekam alles, was ich auf der Musikschule nicht verstanden habe, einen Sinn. Urplötzlich machte mir das Musizieren spaß und ich machte auch große Fortschritte, was das Klavierspielen anbelangte. In den folgenden Jahren spielte ich Stücke wie die "Mondscheinsonate" oder "Für Elise". Einen Nachteil hatte das Ganze allerdings - meine Klavierlehrerin war zu sehr auf klassische Musik fixiert, was dazu führte, dass ich das Klavierspielen nach ca. 10 Jahren aufgab und auch der klassischen Musik den Rücken zuwandt.

Parallel zu diesem mehr oder weniger vorhandenen klassischen Musikgeschmack entwickelte sich ein durch Freunde geprägter Musikgeschmack. In der Grundschule war dieser nicht wirklich zu klassifizieren, mal Rap(z.B. Haddaway, Dr.Alban), mal Pop(New Kids On The Block). Das, was die Mädchen hörten(Take That - kitschiger Pop), wurde partout abgelehnt, als Junge durfte man soetwas emotionales einfach nicht hören. In der 5. Klasse spielten mir andere Freunde deutschen Hip Hop vor und da dieser gerade "In" zu sein schien, hörte ich halt deutschen Hip Hop. Das erste mal, dass ich mich selber von mir aus mit einer Musik befasste, war 1997 als Limp Bizkit ihr Debut "3$ Bill Y'All" herausbrachten. Der rohe Sound des Albums gefiel mir auf Anhieb und als die Band 1999 ihren Nachfolger "Significant Other" veröffentlichte, war ich ihr komplett verfallen. Die CD hatte einen ausgereiften Gitarren- und Drumsound und war voll von diesen Momenten, bei denen Spannung aufgebaut wurde, die sich dann in einem schlagartig in einem Gewirr von Gitarren, Drums, Bässen(hier meine ich elektrische Bässe, keine Kontrabässe) und Gesang entlud, dies war ein Grund, warum ihre Songs bei unseren Ostseereisen(mit Freunden) zu Klassikern wurden.

Mit dieser Band begann meine Suche nach der extremen Musik. Eine ganze Zeit lang lief ich mit dem Eindruck herum, extrem harte Musik zu hören. New Metal(das Genre, dem Limp Bizkit angehörten) war gerade groß im Kommen und da ich der Masse entfliehen wollte, suchte ich nach neuer Musik und siehe da, ich wurde fündig - in "Slipknot", einer Band, die mir wieder mal ein Freund vorspielte. Diese praktizierten im Grunde genommen ebenfalls New Metal, nur halt alles noch ein wenig lauter, schneller, härter(zum Vergleich: Limp Bizkit bestehen aus: einem Drummer, einem Bassisten, einem DJ, einem Gitarristen und einem Sänger; Slipknot aus: zwei Drummern, zwei Gitarristen, zwei Drummer, zwei DJs und einem Sänger). Auch hiermit fühlte ich mich einige Zeit wirklich befriedigt, wieder mit dem Gedanken umherstolzierend, ich würde harte und extreme Musik hören. Und auch dieses mal sollte ich eines Besseren belehrt werden. Da ich schon einige Zeit im Internet aktiv war, hatte ich auch die Möglichkeit and MP3s heranzukommen. Ein Freund aus Hamburg schickte mir immer wieder Lieder von Bands wie Cannibal Corpse oder Vader, die perfekten Death Metal zelebrierten. Hiervon bekam ich wirklich nicht genug. Nun begab ich mich selber richtig aktiv auf die Suche nach Death Metal-Bands - im Internet(MP3s, Amazon etc.) oder im Elektrofachhandel(Saturn, Pro Markt etc.). Nach einem ca. halben Jahr habe ich hunderte solcher bands angehört gehabt, trotzdem zog es mich immer noch zu den Anfängen zurück. Diese Art von Musik faszinierte mich so sehr, dass ich anfing, auf Konzerte zu gehen und mir Unmengen an CDs zu kaufen. Auf einem meiner Streifzüge durch die Death Metal-Szene stieß ich auf eine Band namens "Nasum". Die Songs waren auffallend anders vom Death Metal. Kürzer, schneller, lauter. Schlichtweg extremer. Nachdem ich mich kundig gemacht hatte, welchem Genre denn diese Musiker angehörten, machte ich mich auf die Suche nach mehr Bands, die Grindcore spielten. Carcass, Impetigo, Napalm Death. Während der nächten zwei Jahre studierte ich diese Genres(Death Metal, Thrash Metal, Grindcore etc.) intensiv. Ich bestellte aus den entlegendsten Gebieten des Globus'(Mexiko, Japan, Brasilien, Paraguay etc.) CDs, die man hier in Deutschland niemals gekriegt hätte, wobei Zensur eine nicht unwichtige Rolle spielte. Wegen der oft kontroversen und abartigen Texte musste ich mir bei Zeiten einer Welle von ungläubigem Kopfschütteln aussetzen. In vielen Death Metal-Texten geht es um Blut und Zerstörung, wobei man immer mit einem gesunden Maß an Humor rangehen muss, sonst braucht man sich dieser Musikrichtung gar nicht zu nähern. Natürlich gibt es eine Schmerzgrenze: ich würde mir zum Beispiel nie Musik rechtsradikaler Bands anhören. Hier stand ich auch oft im Konflikt mit mir selbst. Wann darf ich die Texte ignorieren und wann nicht? Bei blutig und humoristisch-pervers Texten ja und bei rechtsradikalen nicht? Hierbei stehe ich auch heute noch vor einem Problem. Meist jedoch sollten Text und Musik eine Einheit bilden. Bei Grindcore ist das anders(obwohl es auch hier Unterkategorien gibt, die sich mit dem gleichen Themen beschäftigen, wie z.B. Goregrind). Da sich Grindcore aus Punk entwickelte, sind die Texte meist politisch und gesellschaftskritisch(siehe Beispielsong). Ich war ihnen damals auch sehr dankbar dafür, dass wir Krysztof Pendereckis "Threnodie für die Opfer Hiroshimas" gehört haben - eine andere Art extremer Musik.

Nachdem ich alle Bands, ja selbst die aus Mikronesien stammenden, durchgehört habe, entschied ich mich, neue Genres für mich zu gewinnen - da kam mir der Musikunterricht ganz gelegen, wo wir für andere Musikrichtungen sensibilisiert wurden. Gerade als Gegenpol zu diesen hektischen Musikrichtungen kam mir Jazz gerade recht. Just als wir das Thema behandelten, bestellte ich mir ein paar CDs, die ich auch noch heute zu meinen Favoriten zähle(z.B: Miles Davis - Kind Of Blue). Nachdem ich merkte, dass auch andere Musikrichtungen durchaus ihre Reize haben, begab ich mir wieder in die tiefsten Sümpfe des Internet, um nach neuen Bands zu suchen. Nach und nach entdeckte ich andere, aber nicht minder energiereiche Musikrichtungen. Emo, Emocore, Punk, Blues, Indie und auch Klassik. Nachdem mich meine Klavierlehrerin hypersensibilisiert für diese Musikrichtung. Ich glaube, es lag auch einfach ein wenig an meiner Reife, dass ich die Musik ignorierte. Da mein Vater mich aber jeden Monat zweimal ins Schauspielhaus bzw. in die Philharmonie mitnimmt, habe ich auch über diese Musik einen recht guten Überblick. In der letzten Zeit höre ich auch immer wieder privat gerne klassische Musik(Brandenburgische Konzerte, Smetanas "Vaterland", Beethovens Symphonien etc.). Durch die Besuche in der Philharmonie/im Schauspielhaus lernte ich auch immer wieder neue Künstler kennen, was sich meiner Meinung immer als Vorteil erweist.

Leider habe ich all die Jahre hinüber eines nicht erlangt - Gesangstalent. Obwohl ich immer wieder gerne für mich alleine singe, Songs mitsumme oder mich sonst irgendwie gesangstechnisch betätige, kann ich es trotzdem nicht. In der Schule waren 3en im Singen eine Ausnahme. Nichtsdestotrotz singe ich weiterhin gerne für mich alleine - nur erspare ich es den anderen.

Heutzutage kann ich guten Mutes von mir behaupten, dass ich einen breitgefächerten Musikgeschmack habe und ich freue mich, bei sehr vielen Musikrichtungen mitreden zu können. Über die Jahre hinweg bin ich zu einer Erkenntnis gekommen:

Man muss immer offen für Neues sein und sich nicht auf eine Musikrichtung fixieren, sonst läuft man in eine Sackgasse und könnte die Lust an der Musik verlieren.

Ich liebe Musik. Musik ist eine der wenigen Konstanten in meinem Leben und unterstützt meine Gefühle nicht nur, sie verleiht ihnen Ausdruck. Nicht nur durch Melodien, nein auch durch verschiedene Texte(siehe Textblatt). Wenn ich traurig bin, höre ich Radiohead(Psychopop) oder Katatonia(Doom Metal, Stoner Rock); wenn ich richtig gut gelaunt bin und Energie abbauen will höre ich Nasum(Grindcore), Carcass(Grindcore, Death Metal), Deranged(Death Metal), Boysetsfire(Hardcore, Emo); wenn ich einfach entspannen will Miles Davis(Jazz), Compay Segundo("Buena Vista Social Club"), Porcupine Tree(Emo, Indie) oder The Appleseed Cast(Emo, Indie). Darüberhinaus mag ich auch Oldies aus den 60ern, 70ern, 80ern(Beatles, Pink Floyd, Genesis, Sting, Bryan Adams etc.) oder auch politische Lieder Hanns Eislers(siehe Beispiel-CD).

Zitat: "Musik ist die schönste und reinste Ausdrucksform" - das stimmt.

Hier meine Lieblingssongs in ungeordneter Reihenfolge:

3 Doors Down - Loser, Going Down In Flames
Metallica - Nothing Else Matters(S&M)
Carcass - Corporal Jigsore Quandary, No Love Lost, Heartwork, Rot'n'Roll, Genital Grinder
Lord of The Rings O.S.T. - The Hornburg, Concerning Hobbits, The Bridge of Khazad-Dûm, The Breaking Of The Fellowship(!), The Riders of Rohan, Isengard Unleashed, Samwise The Brave
Exhumed - Forged In Fire(Formed In Flame)
Radiohead - Exit Music
Jimi Hendrix - May This Be Love
Sting - Fields Of Gold, Everything I Do I Do It For You, Summer Of '69, Can't Stop Loving You
Sigur Rós - alle!
Travis - Turn, Side, Sing, Hit Me Baby One More Time, Driftwood, Flowers In The Window
Neil Young - Helpless, Heart Of Gold
Chevelle - The Red
Tom Waits - Ol' '55, Closing Time
Internal Suffering - Threshold Into The Unknown
Nasum - Old And Tired?, Can De Lach, Shadows, Relics
Ron Hawkins - Small Victories
The Offspring - The Kids Aren't Alright, Walla Walla
Bryan Adams - Everything I Do I It For You, Summer Of '69, Can't Stop Loving Youg
Nirvana - Lake Of Fire, Sliver, Rape Me
Die Toten Hosen - Hier Kommt Alex
Miles Davis - alles von der "Kind Of Blue"
Die Fantastischen 4 - Tag Am Meer(Unplugged), Individuell Aber Schnell, Thomas Und Die Frauen, Saft
Compay Segundo - Chan Chan
Vader - The Final Massacre, Black To The Blind, Xeper
Neurosis - The Tide
At The Drive-In - Rascuacha, Ursa Minor, 198d
The Mars Volta - Televators, Drunkship Of Lanterns
Muse - Plug In Baby, Unintended
Spain - komplette "She Haunts My Dreams"
The Appleseed Cast - Fishing The Sky
Porcupine Tree - Trains
At The Drive-In - Ursa Minor
Boysetsfire - My Life In The Knife Trade, Rookie
Katatonia - Tonight's Music
Die Ärzte - Wie Ein Kind, Schundersong
Deranged - Suffering, The Sweet Suffering
Intestinal Disgorge - Alles
Freundeskreis - Mit Dir
Jamiroquai - Virtual Insanity, Corner Of The Earth
Eagles - Hotel California



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