((lord of the rings))
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Die Strasse gleitet fort und fort

Die Strasse gleitet fort und fort,
Weg von der Tuer, wo sie begann,
Weit ueberland, von Ort zu Ort,
Ihr lauf ich raschen Fusses nach,
Bis sie sich gross und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach,
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.

Der Herd ist rot von Feuersglut

Der Herd ist rot von Feuersglut,
Das Bett steht unterm Dach und gut;
Doch muede ist noch nicht der Fuss,
Dort um die Ecke, welch ein Gruss,
Steht ueberraschend Baum und Stein,
Von uns entdeckt, von uns allein.

Baum und Blume, Laub und Gras,
Was soll das? Was soll das?
Unterm Himmel Berg und See,
Geh nur, geh! Geh nur, geh!

Ja, um die Ecke, kommt uns vor,
Da steht geheimnisvoll ein Tor,
Und was wir heute nicht gesehn,
Das ruft uns morgen, fortzugehn
Und fuehrt uns, fremd und ungewohnt,
Bis hin zur Sonne, hin zum Mond.
Apfel, Schlehe, Dorn und Nuss
Gilt der Gruss! Gilt der Gruss!
Sand und Stein und flache Sohl,
Lebewohl! Lebewohl!

Daheim verblasst, die Welt rueckt nah
Mit vielen Pfaden liegt sie da
Und lockt durch Schatten, Trug und Nacht,
Bis endlich Stern um Stern erwacht.
Dann wiederum verblasst die Welt -
Daheim! Wie mir das Wort gefaellt!
Wolke, Zwielicht, Nebeldunst,
Ohne Gunst! Ohne Gunst!
Fleisch, Brot und Kerze auf dem Brett,
Und dann zu Bett! Und dann zu Bett!

Schnee-Weiss! Schnee-Weiss! O Herrin hold!

Schnee-Weiss! Schnee-Weiss! O Herrin hold
Fuerstliche Fraue hochgestellt,
O Licht uns Pilgern hier im Sold
Inmitten der verworrenen Welt.
Gilthoniel! O Elbereth!
Dein Auge klar, dein Atem rein!
Schnee-Weiss! Schnee-Weiss! Wir denken dein,
Fern bist du und wir allein.
O Sterne, ausgesaeet von ihr
Im sonnenlosen Weltenjahr,
Wir sehen sie auch noch von hier
Wie Blumen bluehen wunderbar.
O Elbereth! Gilthoniel!
Im Dunkel leuchtest du uns hell
Noch aus der Ferne, ach, wir sehn
Dein Licht wie Trost am Himmel stehn.

He! He! He! An die Buddel geh!

He! He! He! An die Buddel geh,
Heil dein Herz, ertraenk dein Weh!
Falle Regen oder Schnee,
Meilen, Meilen, Meilen geh!
Doch unterm Baume, da werd ich ruhn,
Wolken zaehlen und nichts mehr tun.

Ein Hoch! dem Bade, dem edlen Genuss

Ein Hoch! dem Bade, dem edlen Genuss,
Der abspuelt den Staub und des Tages Verdruss!
Ein armer Tropf und Schmutzfink heisst,
Wer Heisses Wasser nicht lobt und preist!

O! Zaertlich klingt des Regens Laut
Und das Rieseln des Baches im Wiesenkraut,
Doch nimmer tut Regen und Bach so gut,
Wie heißes Wasser im Zuber tut.

O Wasser kalt! Wohl trinken wir
Dich, eh wir verdursten, und danken dir,
Doch zum Trinken ist Bier eine bessere Gab’,
Und Heiß Wasser soll fliessen den Ruecken hinab.

O! Wasser, das dem Springquell gleich
Gen Himmel steigt, ist wonnereich;
Doch niemals rauscht ein Springquell so suess,
Wie Heisses Wasser mir - platsch! - auf die Fuess!


Fahrwohl, mein Herd, fahrwohl, mein Haus!

Fahrwohl, mein Herd, fahrwohl, mein Haus!
Ob Regen stroemt, ob Stuerme wehn,
Wir muessen fort und weit hinaus,
Wo Berge hoch und Waelder stehn.

Nach Bruchtal hin, zum Elbenport,
Am Waldeshang dem guten Ort
Wir reiten durch das Morgenlicht.
Wohin von dort? Wir wissen´s nicht.

Das Lager unterm Himmelszelt
Von Feinden und Gefahr umstellt
Goennt auf der Fahrt nur kurze Rast;
Der Auftrag draengt und zwingt zur Hast.

Fort muessen wir und weiter nur
Vor Tau und Tag und Sonnenuhr.


O Wandrer unterm Schattenjoch!

O Wandrer unterm Schattenjoch,
Verzweifle nicht, wenn auch der Wald
Noch finster steht, er endet doch
Und auch die Sonne siehst du bald
Im Aufgang und im Untergang,
Anbruch und Tages Abgesang,
Denn alle Waelder lichten sich ...

Dong-long! Dongelong! Dongelong, mein Schaetzchen!

Dong-long! Dongelong! Dongelong, mein Schaetzchen!
Leicht geht der Wetterwind, fliegt das Federspaetzchen,
Dort am Fuss des Berges, dort im hellen Sonnenlicht
Wartet meine Holde auf das kalte Sternenlicht,
Steht das Kind der Wasserfrau auf des Hauses Schwelle,
Schlank wie der Weidenzweig, klarer als die Quelle,
Bringt der alte Bombadil Wasserlilien wieder,
Huepft vor Freude heim zu ihr! Hoert ihr seine Lieder?
Dong-long! Dongelong! Dongelonge-lerio!
Goldbeere! Goldenbeer - honiggelbe Beer-io!
Armer alter Weidenmann, zieh doch ein die Wurzeln,
Tom hat Eile, dunkel wird´s, mag nicht drueber purzeln,
Tom bringt Wasserlilien mit, bringt sie immer wieder,
Dong-long! Dongelong! Hört Ihr seine Lieder?

Hoppe-hopp! Lauf mir nach laengs der Weidenwinde,
Tom geleitet euch nach Haus, folget ihm geschwinde,
Westwaerts sinkt die Sonne schon, bald, da stolpern alle,
Wenn die Nacht Niedersinkt, lockt die warme Halle:
Aus den Fenstern dringt das Licht freundlich gelb und gelber,
Fuerchtet keine Finsternis noch die Weide selber,
Weder Wurzel noch Gestruepp! Tom wird euch geleiten
Und wir wollen gleich das Fest - dongelong - bereiten.

Dong-long! Dongelong! Springt, ihr kleinen Leute!
Hobbits! Ponies! Kommt heran, ja die ganze Meute!
Jetzt beginnt der große Spass, lasst uns alle singen!

Jetzt beginnt unser Lied! Lasst uns alle singen
Von Regen, Sonne, Mond und Stern, Tau auf Vogelschwingen,
Wind ueber freiem Land, truebem Nebelwetter,
Glockenheide, lichtem Gruen zarter junger Blaetter,
Schilfrohr am dunklen Teich, Lilien auf dem Weiher,
Singt vom Kind der Wasserfrau und Tom, dem treuen Freier!

O schlank wie der Weidenzweig! O klarer als die Quelle!
O Schilfrohr am Wassersaum! O Tochter des Flusses!
O Frühling und Sommerzeit und danach wieder Fruehling!
O Wind auf dem Wasserfall und Lachen des Laubes!

Tom, alter Bombadil, lustiger Gevatter,
Blaue Jacke hat er an, gelbe Stiefel hat er.


Dort hatte ich zu tun, wollte etwas holen:
Gruene Blaetter holte ich, weisse Wasserlilien,
Goldbeere bring ich sie, Goldbeere freut sich,
Wenn sie ihr zu Fuessen bluehn, bis es taut im Fruehling,
Hol sie ihr in jedem Herbst, eh die Flocken fallen,
Aus dem tiefen Wasserloch an der Weidenwinde;
Denn die ersten bluehen dort und spaet im Jahr die letzten.
Fand ich doch vor langer Zeit am Weiher dort sie selber,
Holdes Kinder der Wasserfrau, saß sie tief im Roehricht,
Klang ihr Singen mir so suess, schlug ihr Herz voll Leben!

Nun! Zum Gluecke fiel´s Euch aus - waere naemlich nimmer
In den Wald zurueckgekehrt an die Weidenwinde,
Denn das Jahr ist alt; so spaet waer ich nicht gekommen
Bis zum Windelpfad hinab, eh’ des Stromes Tocher,
Kehrt der Fruehling erst zurueck, froh hintertaenzelt,
Um im silberhellen Fluss voller Lust zu baden.

He, Tom Bombadil! Tom Bombadonne!
Hoer den Ruf, eile her, bei Feuer, Mond und Sonne!
Komm, bei Wasser, Wald und Flur, steh uns nun zur Seite!
Komm, bei Weide, Schilf und Ried, aus der Not uns leite!


Kalt sei Hand, Herz und Gebein

Kalt sei Hand, Herz und Gebein,
Kalt der Schlaf unterm Stein:
Nimmer steh’ vom Bette auf,
Eh’ nicht endet der Sonn’ und des Mondes Lauf,
Die Sterne zersplittern im schwarzen Wind,
Und fallen herab und liegen hier blind,
Bis der dunkle Herrscher hebt seine Hand
Ueber tote See und verdorrtes Land.

Ein alter Krug, ein fröhlicher Krug

Ein alter Krug, ein froehlicher Krug
Lehnt grau am grauen Hang.
Dort brauen sie ein Bier so braun,
Dass selbst der Mann im Mond kam schaun
Und lag im Rausche lang.

Der Stallknecht hat einen Kater -miau!-
Der strecht im Suff die Fiedel.
Sein Bogen saegt die Saiten quer,
Mal quietscht es laut, mal brummt es sehr
Von seinem grausigen Liedel.

Der Schankwirt haelt sich einen Hund,
Der hat viel Sinn für Spass.
Geht´s in der Stube lustig her,
Spitzt er das Ohr und freut sich sehr
Und lacht und lacht sich was!

Auch haben sie eine Hoernerkuh,
Stolz wie ein Koenigskind,
Der steigt Musik wie Bier zu Kopf,
Sie schwenkt den Schwanz bis hin zum Schopf
Und tanzt, das gute Rind.

Und erst das silberne Geschirr
Und Loeffel haufenweis!
Am Sonntag kommt das Beste dran,
Das fangen sie schon am Samstag an
Zu putzen voller Fleiss.

Der Mann im Mond trank noch eine Mass
Der Kater jaulte laut,
Es tanzten Teller und Besteck,
Die Kuh schlug hinten aus vor Schreck,
Der Hund war nicht erbaut.

Der Mann im Mond trank noch eine Mass
Und rollte sanft vom Fass;
Dann schlief er und traeumte von braunem Bier
Am Himmel standen nur noch vier,
Vier Sterne morgenblass.

Da rief der Knecht seiner blauen Katz:
»Die Mondschimmel schaeumen schon
Und beissen auf den Trensen herum,
Der Mondmann aber, der liegt krumm,
Und bald geht auf die Sonn´!«

Da spielte der Kater hei-didel-dum-didel,
Als rief er die Toten herbei;
Er sägte ganz jaemmerlich schneller und schneller,
Der Wirt rief: »He, Mann! Es wird heller und heller,
Schon laengst schlug die Glocke drei!«

Sie rollten ihn muehsam den Hang hinan
Und plumps! in den Mond hinein,
Die Mondschimmel -hui!- gingen durch vor Schreck,
Die Kuh wurde toll, und das Silberbesteck
Das tanzte Ringelreihn.

Beim Didel-dum-didel der Jammerfiedel
Jaulte das Huendlein sehr,
Da standen die Kuh und die Roesser kopf,
Die Gaeste soffen aus Tasse und Topf
Und ließen die Betten leer.

Da riss die Saite und ploetzlich sprang
Die Kuh uebern Mond ins Gras,
Das Huendlein lachte und freute sich schon,
Doch das Samstagsgeschirr klirrte schamlos davon
Mit Sonntagsloeffel und -glas.

Der Vollmond rollte hinter den Hang,
Die Sonne erhob ihr Haupt.
Da gingen die Leute am hellichten Tag
Zu Bett - welch verrueckter Menschenschlag!
Das haette sie nie geglaubt!


Nicht alles, was Gold ist, funkelt

Nicht alles, was Gold ist, funkelt,
Nicht jeder, der wandert, verlorn,
Das Alte wird nicht verdunkelt,
Noch Wurzeln der Tiefe erfrorn.
Aus Asche wird Feuer geschlagen,
Aus Schatten geht Licht hervor;
Heil wird geborstnes Schwert,
Und Koenig, der die Krone verlor.

Gil-galad war ein Elbenfürst

Gil-galad war ein Elbenfuerst.
Die Harfe klagt im Liede noch:
Von Berg und Meer umfriedet lag
Sein Reich im Glanz und ohne Joch.

Sein Schwert war lang, sein Speer war kühn,
Weithin sein Helm aus Silber schien;
Und silbern spiegelte sein Schild
Der Sterne tausenfaches Bild.

Doch lange schon ritt er davon,
Weiss keiner, wo der Reiter blieb;
Sein Stern versank in Düsternis
In Mordors finsterem Verliess.


Das Gras war grün, das Laub hing dicht

Das Gras war gruen, das Laub hing dicht,
Die Schierlingsdolden blühten breit,
Da huschte durch den Wald ein Licht,
Wie Sternenglanz zur Erde fällt.
Tinúviel tanzte, Elbenmaid,
Zur Flöte, hold von Angesicht,
Von Sternen funkelte ihr Kleid
Und war ihr dunkles Haar erhellt.

Da irrte Beren durch den Wald,
Vom Berge kam er her allein,
Den Strom der Elben fand er bald
Und ging ihm voller Trauer nach.

Doch plötzlich sah er einen Schein
Vom Licht im dunklen Waldgemach,
Von wehenden Schleiern einen Schein
Und goldene Funken tausendfach.

Da stürzt, beseelt von neuer Kraft,
Der Wanderer aus fernem Land
Tinúviel nach in Leidenschaft,
Er greift nach ihr mit Ungestüm.
Ein Mondstrahl bleibt ihm in der Hand,
Durchs Dickicht tanzt sie leicht dahin,
Lässt ungestillt die Leidenschaft,
Und er muss einsam weiterziehn.

Wie oft vernimmt er fluechtigen Schritt
Von Fuessen, leicht wie Lindenlaub,
Und unterirdische Musik,
Verwehend wie ein sterbender Ton.
Mit Nebelrauch und Silberstaub
Des Rauhreifs naht des Winters Tritt,
Mit leisem Wispern Blatt um Blatt
Faellt´s aus der Buchen welker Kron.

Er sucht sie ewig, unverzagt,
Wo dicht der Blaetterteppich liegt,
Bei Mond und Stern und wenn es tagt.
Ihr Schleier weht im Silberglanz,
So dreht sich schwerelos und fliegt
Tinúviel, die Elbenmagd,
Wie sich die Flocke wirbelnd wiegt
Dahin im Tanz, dahin im Tanz.

Als um der Winter, kehrte sie
Zurück und sang den Fruehling wach
Mit Vogellied und Melodie
Des Regens auf vereistem Bach.
Die Sehnsucht trieb ihn wie noch nie
Zum Tanz, zu ihr, es lockte ihn,
Mit ihr so leicht dahinzuziehn,
So leicht im Tanz dahinzuhiehn.

Sie floh - er rief den Namen schnell,
Mit Elbenlaut rief er sie an:
Tinúviel! Tinúviel!
Da hielt sie ein im raschen Lauf,
Die Stimme schlug sie in den Bann.
Schon eilt er zu Tinúviel,
Da sah sie ihn verzaubert an:
Er fing sie in den Armen auf.

Und unter ihrem Schattenhaar
Sah Beren hell der Sterne Licht
Gespiegelt in dem Augenpaar
Der Elbin, der unsterblichen.
Verfallen war sie dem Gericht.
Sie schlang die Arme wunderbar
Um ihn: Er sah ins Angesicht
Der elbisch unverderblichen.

Lang trieb sie dann das Schicksal um
Durch Felsgeklüft und kalte Nacht,
Durch finstre Wälder, fremd und stumm,
Dann trennte sie das weite Meer.
Und dennoch war zuletzt die Nacht,
Gericht und Zeit der Prüfung um,
Vereinte sie des Schicksals Macht -
Und lange, lange ist es her.

Troll saß allein auf einem Stein

Troll sass allein auf einem Stein
Und kaute und nagte an altem Gebein
Schon Jahr um Jahr, denn Fleisch ist rar
Und eine seltene Gabe.
Habe! Labe.
Und Troll lebt immerzu allein,
Und Fleisch ist kaum zu haben.

Da kam mit Meilenstiefel an
Der Tom und rief: "He, Trollemann!
Mir scheint das schlimm, du nagst an Timm,
Meinem Onkel, der laengst verschieden,
Er ruhe in Frieden!
Lang ist er tot, der wuerdige Mann,
Und ich dachte, er laege in Frieden."

"Ja, Jungchen", grinst Troll, "ich stahl den Schatz,
Was braucht ein Gerippe noch so viel Platz?
Dein Onkel war tot ohne Kummer und Not,
Schon eh ich an seinen Knochen
Geroh- gerochen!
Mir altem Troll gibt er gern was ab,
Denn er braucht nicht die alten Knochen."

Sagt Tom: "Auch brauchen nicht solche wie du
An Knochen nagen! Hoer auf! Hoer zu!
Die gib uns zurück jedes einzige Stück,
Die gehören in die Familie!
Diebsbruder! Luder!
Ein Toter will schliesslich auch seine Ruh
Im Schoss der Familie."

"Gib nicht so an", sagt Troll, "lieber Mann,
Ich mach mich gleich an dich selber ran!
Solch frisches Gericht hatt ich lange nicht
Für meine Nagezaehne,
Aehne! Daehne!
Ich hab die Gerippe weidlich satt,
Riech ich so junge Haehne!"

Schon schien ihm sicher das koestliche Mahl,
Da entwischte ihm Tom so glatt wie ein Aal
Und hob den Fuss zum Stiefelgruss,
Ihn eines bessern zu lehren,
In Ehren lehren!
Tom hob den Stiefel voller Genuss
Den Troll eines bessern zu lehren.

Aber haerter als Stein ist Gesaess und Gebein
Eines Trolls, und fuehllos noch obendrein.
Man koennt ebensogut in ohnmaechtiger Wut
Den Felsen mit Tritten bedenken!
Verrenken! Ertraenken!
Wie lachte Troll, als Tom wie toll
Tat seinen Stiefel schwenken.

Und seit er damals nach Hause kam
Blieb sein Fuss ohne Stiefel und dauerlahm.
Aber was geschah, geht Troll nicht nah,
Und den Knochen hat er behalten,
Den miesen alten!
Sein Rueckenteil blieb leider heil,
Und den Knochen hat er behalten.


Eärendil hiess ein Schiffer kühn

Eärendil hiess ein Schiffer kuehn,
Der weilte in Avernien,
Schlug Holz und baute sich ein Schiff,
Vom Nimbrethil auf Fahrt zu gehn.
Die Segel zog er silbern auf,
Laternen silbern hing er aus,
Den Bug schuf er dem Schwane gleich,
Die Wimpel flogen hell im Licht.

Dem alten Koengisbrauch gemaess
Legte er Helm und Ruestung an,
Grub Runen in den Silberschild
Zum Schutze gegen Harm und Not;
Sein Bogen war aus Drachenhorn,
Aus Ebenholz ein jeder Pfeil,
Sein Koecher war aus Chalzedon,
Sein kraeftiges Schwert aus blankem Stahl.
Sein Helm war adamanten hart
Und Adlerfedern krönten ihn,
Aus Silber war sein Panzerhemd,
Auf seiner Brust schien ein Smaragd.

Es trieb ihn unter Mond und Stern
Weitab vom Noerdlichen Gestad,
Und irrend übers wilde Meer
Verlor er Sicht und Menschenspur.
Von Eisesgruenden wandte er
Sich ab, wo ewig Schatten herrscht,
Die Wuestenhitze auch verliess
Er eilends, trieb noch weit umher
Auf dunklen Wassern ohne Stern
Bis in die Nacht des Nichts hinein.
Auch diese liess er hinter sich,
Doch nie erblickt’ er unterwegs
Der heissersehnten Kueste Licht.
Der Winde Wueten jagte ihn
Geblendet durch den wilden Gischt
Von West nach Osten willenlos
Und nirgends freundlich angesagt.

Da nahte Elwing sich im Flug,
Und Licht durchflammte schwarze Nacht,
Von ihrer Kette glomm es weiss,
Viel heller noch als Diamant.
Sie heftete den Silmaril
Ans Haupt des Schiffers, kroente ihn
Mit Licht, das nie verloeschen kann.
Beherzt warf er das Ruder um;
Und in der Nacht erhob sich Sturm
Von jenseits aller Meere her.
Es wehte frei und voller Kraft
Ein Wind der macht von Tarmendel:
Auf Wasserpfaden, unbekannt
Den Sterblichen, trieb er ihn nun
Mit Urgewalt durch graue Flut
Von Osten her gen Westen hin.
Durch Immernacht trug´s ihn zurück
Auf tosend aufgetuermter See
Hin ueber lang versunknes Land,
Von schwarzen Fluten ueberrollt,
Bis endlich er Musik vernahm
Und an der Erde Grenzen kam,
Wo ewig sanfter Wellenschlag
Gold an die Perlenkueste spuelt.
Er sah denBerg in Daemmergrau
Aufragend zwischen Valinor
und Eldamar, im Lichte noch
Verblauen hinter ferner See.
Ein Wanderer, der Nach entfloh,
Lief endlich in den Hafen ein
Im Elbenlande weiß und gruen;
Die Luft war mild, durchsichtig-blass,
Dem Huegel nah von Ilmarin,
Da spiegelte der Schattensee
Das Licht der Tuerme Tirions.
Hier ruhte er von Irrfahrt aus,
Hier lehrte man ihn Lied und Sang,
Und alte Maerchen wurden laut
Bei Harfenklang und goldnem Schall.
Er trug ein elbenweißes Kleid,
Ihm brannten sieben Leuchter vor,
Als er durch´s Calacirian
In tief verborgne Lande zog.
In jene Hallen, wo man nicht
Vergangenheit noch Zukunft kennt,
Gelangte er, wo immerdar
Der Koenig der Altvordernzeit
Herrscht auf dem Berg in Ilmarin.
Von Sterblichen und Elbenvolk
Geheime Dinge sprach man dort,
Gesichte wurden ihm zuteil,
Die nie ein Mensch erblicken darf.

Sie bauten ihm ein neues Schiff
Aus Mithril und aus Elbenglas
Mit stolzem Bug, doch ruderlos,
Mit Silbermast, doch ohne Tuch,
Und Elbereth kam selbst herab:
Sie schuf dem Schiff den Silmaril
Zum Banner, ein lebendiges Licht,
Ein heller Schein, der nie verblasst.
Und Fluegel gab sie ihm dazu
Und sprach das Urteil: Jenseits Mond
Und Sonne muss er ewig ziehn
Durch kuestenlose Himmel hin.

Vom hohen Immerabendland
Wo silbern die Fontänen spruehn,
Trug ihn die Schwinge licht hinan
Und ueber das Gebirg hinweg.
Schon sanken hinter ihm dahin
er Erde Grenzen, wandte er,
Verzehrt von Sehnsucht, sich nach Haus,
Den Weg zu suchen durch die Nacht,
Und ganz allein, ein heller Stern,
Weit ueber allen Wolken flog
Im Morgengrauen sonnenwaerts
Dies Licht, ein Wunder anzuschaun.

Schon sah er Mittelerde weit,
Weit unter sich, schon hoerte er
Die Frauen der Altvordernzeit
Und Elbenmaiden klagten laut.
Ihm aber war es auferlegt,
Am Himmel seine Bahn zu ziehn,
Solange bis der Mond verblasst,
Und nie am Ufer dieser Welt
Zu rasten bei den Sterblichen,
Ein Herold, seinem Auftrag treu,
Das Licht zu tragen durch die Zeit,
Der Flammifer der Westernis.


A Elbereth Gilthoniel!

A Elbereth Gilthoniel,
silivren penna míriel
o menel aglar elenath!
Na-chaered palan-díriel
o galadhremmin ennorath,
Fanuilos, le linnathon
nef aear, sí nef aearon!

Das geborstne Schwert sollt ihr suchen

Das geborstne Schwert sollt ihr suchen,
Nach Imladris ward es gebracht,
Dort soll euch Ratschlag werden,
Staerker als Morgul-Macht.
Ein Zeichen soll euch kuenden,
Das Ende steht bevor,
Denn Isildurs Fluch wird erwachen,
Und der Halbling tritt hervor

Kommt erst der Winter wieder her

Kommt erst der Winter wieder her
Und kracht vor Kaelte nachts der Stein,
Stehn Wald und Weiher schwarz und leer,
Ist in der Wildnis uebel sein.

Am Feuer sitze ich und denk'

Am Feuer sitze ich und denk
An alles, was ich sah,
Und Sommerzeit und Falterflug
Von einst sind wieder da,

Altweiberfaeden, gelbes Laub
Im Herbst, der damals war
Morgendunst und blassem Licht
Und Wind auf meinem Haar.

Am Feuer sitze ich und denk,
Die Welt ist wunderlich,
Folgt auf den Winter doch der Lenz -
Dereinst nicht mehr für mich.

So vieles gibt es immer noch,
Das hab ich nie gesehn,
Ist anders doch in jedem Jahr
Das Gruen des Frühlings schoen.

An viele Menschen denk ich da,
Die sind schon laengst nicht mehr;
Wird nach mir noch so mancher sein,
Der kuemmert mich nicht mehr.

Doch wie ich da so sitz und denk,
Da horch ich unverwandt
Nach lieben Schritten an der Tür
Und Stimmen wohlbekannt.



Die Welt war jung, die Berge grün

Die Welt war jung, die Berge gruen,
Als fleckenlos der Mond noch schien,
Nicht Berg noch Tal, nicht Strom noch Land
Was da, zu Durins Zeit, benannt.
Er gab den Dingen Nam und Stand,
Trank ersten Trunk vom Quellenrand
Und sah im Spiegel Widerschein
Von Sternen, Gold und Edelstein,
Sah sich zu Haeupten eine Kron
Aufblinken und verschatten schon.

Die Welt war jung, die Gipfel frei
Zu jener Zeit, die laengst vorbei,
Die maechtigen Herrn von Nargothrond
Und Gondolin sind laengst entthront
Und leben westlich, fern und weit,
Die Welt war schoen zu Durins Zeit.

Die Felsengruende waren sein,
Mit Gold verziert und Edelstein
Und silbern koestlich ausgelegt,
Das Tor von Runenkraft gepraegt,
Und tausend Lampen aus Kristall
Verstroemten Licht allueberall,
Ein helleres fliesst nicht in die Welt
Von Sonne, Mond und Sternenzelt.

Der Hammer auf den Amboss hieb,
Der Stichel grub, der Meissel trieb,
Geschaerfte Schwerterklinge sang,
Der Reichtum wuchs bei jedem Gang.
Von Amethyst, Beryll, Opal,
Metall, geschuppt, war voll der Saal,
Von Panzerhemden, Schild und Speer
Die Borte in den Kammern schwer.

Froh lebte damals Durins Volk,
Die Harfe klang, der Sänger sang,
Und vor den Toren stiess ins Horn
Der Waechter zu der Stunden Gang.

Die Welt ist grau, Der Berg ist alt,
Die Essen leer, die Aschen kalt,
Kein Harfner singt, kein Hammer faellt,
Das Dunkel herrscht in Durins Welt,
Sein Grab liegt unter Schatten da
In Khazad-dûm, in Moria.
Die Sterne glitzern wunderlich
Im Spiegelsee, die Krone blich,
Tief ist der See, der sie begraebt,
Bis Durin sich vom Schlaf erhebt.



Einst lebte eine Elbenmaid

Einst lebte eine Elbenmaid
So wie der Morgen hold;
Ihr Kleid, ihr Schuh war ein Geschmeid
Aus Silberglanz und Gold.

Auf ihrer Stirne stand ein Stern,
Im Haare spielte Licht
Wie auf den Huegeln Lóriens fern
Die Sonne heller nicht.

Ihr Haar fiel reich, und gliederweiss
Und schoen war sie und frei
Und bog sich wie ein junges Reis
Im Wind so sanft dabei.

Am Wasserfall von Nimrodel,
Der klar und kuehl versprueht,
Fiel sie mit ein wie Silber hell
Ins helle Wasserlied.

Heut aber kennt sie keiner mehr
Noch ihren Aufenthalt;
Sie fand nicht Weg noch Wiederkehr
Aus Wildnis, Berg und Wald.

Das Elbenschiff im Hafen lag,
Am Berge sturmgeschuetzt,
Und harrte ihrer Tag um Tag -
Die See ging weißbemuetzt.

Ein Sturm kam auf von Norden her
Zur Nacht mit Urgewalt
Und trieb das Schiff hinaus aufs Meer
Ins Dunkel ungestalt.

Der Strand, der Berg verschwamm im Dunst
Vertruebt und ungenau,
Die Wogen tuermten sich in Brunst
Und rollten schwer und grau.

Noch schärfte Amroth seinen Blick,
Noch suchte er die Stell'
Das Schiff verfluchend - nicht zurueck
Trug´s ihn zu Nimrodel.

Er selber herrschte einst im Wald,
Ein Koenig von Gebluet,
Als Lóriens Macht noch golden galt
Und elbisch sang das Lied.

Nun schoss er wie ein schlanker Pfeil
Ins Wasser tief hinab
Und tauchte moewengleich und heil
Hervor aus nassem Grab.

Der Wind zerwuehlte ihm das Haar,
Weiß flog der Schaum um ihn,
Dann sah man ihn wie einen Schwan
Die Wogen reitend ziehn.

Doch drang kein Wort von Westen her
In unser Elbenland,Und keiner hoerte jemals mehr
Von Amroth, der entschwand.



Stand einst daheim der Abend grau

Stand einst daheim der Abend grau
Vernahm man seinen leichten Tritt;
Dann ging er fort vor Tag und Tau
Auf weite Fahrt, nahm keinen mit.

Von Wilderland zum Westmeer hin,
Von Nord bis Sued die Reise ging
Durch Drachentor und finstre Furt
Und Wald, der voller Schatten hing.

Mit Zwerg und Hobbit, Elb und Mensch
Sprach er in ihrem Mutterlaut,
Mit Voegeln sprach er und Getier
Und war mit jedem wohlvertraut.

Der Ruecken von der Last gebeugt;
Posaunenstimme; sanfte Hand
Voll Heilkraft; tödlich scharfes Schwert:
So zog der Pilger ueberland.

Ein weiser Koenig, hochgemut,
Er zuernte schnell, er lachte bald;
Ein Mann im abgetragnen Hut
Am Wanderstab, gebueckt und alt.

Er hielt die Bruecke, er allein,
Da brach sein Stab - da wuchs sein Ruhm
Trotz Unterwelt und Flammenschein
Bei seinem Tod in Khazad-dûm.

Raketen spieen alle Pracht
Und bunte Sterne in die Nacht
Wie gluehnde Lava aus dem Berg;
Nie sah man solch ein Feuerwerk.


Ich sang vom Laub, von goldnem Laub, da glaenzte es wie Gold!

Ich sang vom Laub, von goldnem Laub, da glaenzte es wie Gold,
Ich sang vom Winde, und er kam und war dem Laube hold,
Doch sonnenhin und mondvorbei aufbrandete das Meer;
Vom Strande Ilmarin ein Baum, der winkte golden her,
Er wuchs im dämmerklarem Licht im Lande Eldamar,
Den Mauern nah von Tirion, beglänt und wunderbar,
So dicht im Laube stand er da wie für die Ewigkeit,
Fern aber in der Fremde klagt das Elbenvolk sein Leid.
O Lórien! Der Winter naht, der lange, tote Tag,
Die Blaetter treiben mit dem Strom, wohin er treiben mag,
O Lórien! Ich weile hier zu lang im Lande schon
Und trage welken Elanor in der verblassten Kron,
Doch saenge ich ein Schiff herbei und kaem es aber her,
Wie truegs mich uebers Meer zurueck, das weite, weite Meer?

Ai! laurië lantar lassi súrinen

Ai! laurië lantar lassi súrinen
Yéni únótimë ve rámar aldaron!
Yéni ve lintë yuldar avánier
mi oromardi lisse-miruvóreva
Andúnë pella, Vardo tellumar
nu luini yassen tintilar i eleni
ómaryo airetári-lírinen.
Sie man i yulma nin enquantuva?

An sí Tintallë Varda Oiolossëo
ve fanyar máryat Elentári ortanë
ar ilyë tier undulávë lumbulë;
Ar sindanóriello caita mornië
i falmalinnar imbë met, ar hísië
untúpa Calaciryo míri oialë.
Si vanwa ná, Rómello vanwa, Valimar!

Namárië! Nai hiruvalyë Valimar.
Nai elyë hiruva. Namárië!


Durch Rohan über Moor und Feld und grünes Weideland

Durch Rohan ueber Moor und Feld und gruenes Weideland
Bis an die Mauern zieht der Wind, von Westen ausgesandt.
"Was bringst du Neues aus Westen, o Wind, was sagst du zu Abend mir an?


Sahst du im Mondlicht Boromir, den hohen Rittersmann?"
"Ueber sieben Stroeme sah ich ihn, ueber Wasser breit und grau
Gen Norden reiten durch leeres Land, das oede ist und rauh.
Vielleicht sah ihn der Nordwind dort, wo ich seine Spur verlorn,
Und vernahm den Schall, den Denethors Sohn noch einmal stiess ins Horn."
"O Boromir! Von hoher Wehr blick ich gen Westen aus,
Doch aus dem menschenleeren Land kamst du nicht mehr nach Haus."


Von der Muendung herauf, von der fernen See kommt der Suedwind herangejagt;
Das Schreien der Moewen begleitet ihn, wie er an den Toren klagt.
"Was bringst du Neues aus Sueden, o Wind, was sagst du mir an zur Nacht?
Wo blieb er, der Schoene? Um Boromir halt' ich traurige Wacht."
"Frag nicht nach seinem Aufenthalt - auf sturmgepeitschtem Strand
Unter dunklem Himmel liegt Totengebein zuhauf im weissen Sand.
So viele kamen den Anduin herab ins brandende Meer.
Frag den Nordwind! Wen er schickt, weiss niemand als nur er."
"O Boromir! Zur Kueste fuehrt vom Tor der Strasse Lauf,
Doch mit den Moewen kamst du nicht von der grauen See herauf."


Vom Tor der Koenige her und vorbei an Rauros tosendem Fall
Reitet der Nordwind; am Turm erklingt seines Hornes kalter Schall.
"Was bringst du Neues aus Norden, o Wind, welche Kunde am heutigen Tag?
Weiss du, wo der kuehne Boromir so lange weilen mag?"
"Ich vernahm seinen Ruf am Amon Hen. Dort schlug er seine Schlacht.
Geborsten wurden Schild und Schwert zum Anduin gebracht.
Sie betteten das stolze Haupt, den edlen Leib zur Ruh,
Stromabwaerts trug ihn Rauros Fall dem fernen Meere zu."
"O Boromir! Fuer immer soll fortan der Turm der Wacht
Gen Norden schaun zum Wasserfall, zu Rauros' goldner Pracht."


Gondor! Gondor vom Gebirg zum Küstenstrich!

Gondor! Gondor vom Gebirg zum Kuestenstrich!
Westwind wehte; das Licht der Koenigsgaerten glich
Hellem Regen: so fiel es auf den Silberbaum
Einstmals. Tuerme, Thron und Krone, goldner Traum!
Gondor! Gondor! Wird der Westwind wieder wehn?
Werden Menschen den Silberbaum dort wiedersehn?

Lerne die Namen der lebenden Wesen!

Lerne die Namen der lebenden Wesen!
Erst nenne die vier, die freien Voelker:
Die aeltesten aller, die Elbenkinder;
Zwerg, der Schatzgraeber, hausend im Dunkel;
Ent, der Erdspross, alt wie die Berge;
Mensch, der sterbliche, Herr der Pferde:

Bieber Baumeister, Rehbock Springer,
Baer sucht Honig, Eber will kaempfen;
Hund ist hungrig, Hase ist furchtsam ...

Adler in Lueften, Rind auf der Weide,
Hirsch der Geweihfuerst; Habicht der Schnellste;
Schwan ist am weissesten, Schlange am kaeltesten ...


Ich ging durch die Fluren von Tasarinan im Frühling

Ich ging durch die Fluren von Tasarinan im Fruehling.
Ah. Der Duft und die Farben des Fruehlings in Nan-tasarion!
Und ich sagte: Dieses ist gut.
Ich zog durch die Ulmenwaelder von Ossiriand im Sommer.
Ah! Die Musik und das Licht im Sommer an den Sieben Stroemen von Ossir!
Und ich dachte: Dies ist das Beste.
Zu den Buchen von Neldoreth kam ich im Herbst.
Ah! Das Gold und das Rot und das Seufzen der Blaetter im Herbst in Taur-na-neldor!
Jeder Wunsch war gestillt.
Zu den Kiefern im Hochland von Dorthonion stieg ich im Winter hinauf.
Ah! Der Wind und das Weiss und das schwarze Geaest des Winters auf Orod-na-Thôn!
Zum Himmel stieg meine Stimme hinauf und sang.
Nun aber liegen all jene Laender unter der Woge,
Und ich wandre im Ambarona, in Tauremorna, in Aldalómë,
In meinem eigenen Reich, im Fangornlande,
Wo Wurzeln tief hinabreichen.
Und die Jahre schichten sich hoeher als Laub unter Baeumen
InTauremornalómë.

Entunterhaltung

Ent: Entfaltet Fruehling Blatt um Blatt, steht Buche schon im Saft,
Schiesst auch der Wildbach schnell dahin und hat die Sonne Kraft,
Macht in der herben Hoehenluft zu wandern wieder Lust,
O, sag mir dann: schoen ist Dein Land - und komm an meine Brust.
Entfrau:Bricht Lenz in meinen Gaerten ein und ist das Korn gesaet,
Bluehn meine Apfelbaeume reich, als wie von Schnee verweht;
Und loesen sich die Schauer ab mit Sonnenschein und Duft,
Dann komm ich nicht, mich haelt es hier in der geliebten Luft.
Ent: Wenn Sommer alles ueberkommt, der Mittag golden weht,
Wenn unterm Blaetterdach im Wald der Saemling traeumt und lebt,
Kein bessres Land gibts auf der Welt als dieses meine hier,
O, komm zurueck, ich rufe Dich, o, komm zurueck zu mir.
Entfrau: Wenn Sommer Frucht und Beere reift und rundlich schwellen laesst,
Den Halm vergoldet, Aehre fuellt und ruft zum Erntefest,
Wenn Honig quillt undApfel prallt, weht milder West wie Foehn,
Ich kann nicht fort, ich bleibe hier, mein Land ist wunderschoen.
Ent: Kehrt Winter ein, der Wilde Mann, der Huegel schlaegt und Wald,
Der Baeume stuerzt, folgt unbestirnt die Nacht dem Tage bald,
Im bittern Regen und bei Wind, da schau ich nach Dir aus,
Da ruf ich Dich, da moechte ich zu Dir, zu Dir nach Haus.
Entfrau: Wenn winters Sang und Klang verstummt, das Dunkel niederfaellt,
Der Baum verdorrt, das Licht dahin und tatenlos die Welt,
Wart ich auf Dich und schau nach Dir, bis wir uns wiedersehn,
Im Regen wollen wir den Weg mitsammen wieder gehn!
Beide: Mitsammen ziehen wir den Weg, der in den Westen fuehrt,
Ins Land, das unser beider Herz zur Ruhe bringt und ruehrt.

O Orofarnë, Lassemista, Carnimírië!

O Orofarnë, Lassemista, Carnimírië!
Dich sah ich, Eberesche mein, im Sommer wunderbar
Und strahlend stehn: Du trugst der Blueten Weiss auf deinem Haar.
Die Rinde hell, das Laub so licht, so sanft der Stimme Ton,
Wie trugst du hoch das Haupt, geziert von goldenroter Kron!
Dein Haar ist grau, dein Laub ist duerr, verblasst der Krone Rot,
Die liebe Stimme spricht nicht mehr; Du bis auf immer tot.
O Orofarnë, Lassemista, Carnimírië!

Nach Isengart!

Nach Isengart! Obwohl es hart und steinern droht, vor Waffen starrt,
Waers noch so ehern, noch so stark, stark bis ins tiefste Knochenmark,
Wir stuermen es, wir dringen ein, zerbrechen Tor und Mauerstein,
Jetzt brennts mit Stumpf und Stiel, es brennt und bruellt im feurigen Element.
Mit Schicksalsbahn ins dunkle Land - mit Trommelrollen ziehen wir;
Nach Isengart mit Fluch und Bann!
Mit Fluch und Bann marschieren wir!

Elessar, Elessar, wo sind nun die Dúnedain?

Elessar, Elessar, wo sind nun die Dúnedain?
Eure Sippe soll nichtmehr ferne sein.
Bald schlaegt die Stunde der Wiederkehr;
Schon reiten die Grauen von Norden her.
Doch dunkel liegt vor Euch der Pfad:
Die Fahrt durch das Land der Toten naht.

Legolas Grünblatt

Legolas Gruenblatt, ihr lebtet bisher
im Wald voller Freude. Meidet das Meer!
Habt Ihr einmal das Schreien der Moewen gehoert,
Ist der Friede der Baeume fuer Euch zerstoert!.

Wo sind Reiter und Ross und das Horn, das weithin hallende?

Wo sind Reiter und Ross und das Horn, das weithin hallende?
Wo sind Harnisch und Helm und das Haar, das glaenzend wallende?
Wo ist die Hand an der Harfe? Wo ist das lodernde Feuer?
Wo nun Fruehling und Herbst und voll reifen Kornes die Scheuer?
Lang vergangen wie Regen im Wald und Wind in den Aesten;
Im Schatten hinter den Bergen versanken die Tage im Westen.
Wer wird den Rauch des toten Holzes sammeln gehen
Oder die flutenden Jahre vom Meer wiederkehren sehen?

O Dwimordene, o Lórien!

O Dwimordene, o Lórien,
Selten betreten von Sterblichen
Wenige Menschen bekamen dein Licht,
Das immer leuchtende, je zu Gesicht.
Galadriel! Galadriel!
Kalr ist das Wasser in deinem Quell,
Weiss der Stern in weisser Hand,

Schoener noch sind Laub und Land
In Dwimordene, in Lórien
Als die Gedanken der Sterblichen.


Eh Erz ward gefunden und Baum gefällt

Eh Erz ward gefunden und Baum gefaellt,
Als jung unterm Monde lag die Welt,
Eh Ring ward geschmiedet, war Er schon alt,
Eh Unheil erweckt, ging Er um im Wald.

Ents, die Erdsprosse

Ents, die Erdsprosse, alt wie die Berge,
Weithin wandernde Wassertrinker,
Und hungrig wie Jaeger die Hobbitkinder,
Das lachende Voelkchen, die kleinen Leute.

Hohe Schiffe, hohe Herrscher

Hohe Schiffe, hohe Herrscher,
Drei mal drei,
Was brachten sie aus versunkenem Land
Ueber das flutende Meer?
Sieben Sterne und sieben Steine
Und einen weissen Baum.

Das wüstige Land

Das wuestige Land,
Es beisst die Hand,
Es nagt am Fuss.
Felsen und Stein
Kein Fleisch, nur Gebein,
Frass aus, ist Schluss.
Doch in kuehlen Pfuhlen
Woll´n wir uns suhlen
Und Fuesse im Fluss.
Nun wollen wir gern ...
Ohne Atemhauch
Wie die Toten auch,
Trotzdem lebendig,
Schluepfrig behendig,
Im Sumpf nicht versinken,
doch immerzu trinken;
Auf duerrem Stein
Geht Armer ein,
Aber wir gewinnen,
Wo Wasser rinnen.
Ein suesser Fisch
Den fangen wir noch
imWasserloch!
So saftig-frisch!

Grau wie die Maus!

Grau wie die Maus,
Gross wie ein Haus,
Schnauze wie Schlange;
Erde bebt bange,
Zieh ich durchs Gras,
Baum bricht wie Glas.
Hoerner im Maul
Schuettle ich faul
Mein Ohrenpaar;
Jahr um Jahr
Zieh ich dahin,
Leg mich nie hin.
Olifant bin ich benannt,
Groesster im Land,
Riesig und alt.
Meine Gestalt,
Sahst du mich hie,
Vergisst du nie,
Sahst du mich nicht
Glaubst du auch nicht,
Dass es mich gibt.
Doch als ehrlicher Olifang
Bleib ich bekannt.

Gilthoniel A Elbereth!

Gilthoniel A Elbereth!
A Elbereth Gilthoniel
o menel palan-díriel,
le nallon sí die ´nguruthos!
A tíro nin, Fanuilos!

Über dem Land liegt lang der Schatten!

Ueber dem Land liegt lang der Schatten,
Fluegel der Finsternis strecken sich westwaerts.
Der Turm bebt; den Koenigsgrueften
Naht das Gericht. Die Toten erwachen,
Am Stein von Erech stehen sie wieder,
Denn die Stunde is da der Wortbruechigen:
Und hoeren das Horn in den Bergen hallen.
Wessen Horn? Wer wird sie rufen,
Das vergessene Volk aus grauem Zwielicht?
Der Erbe des Mannes, dem einst sie schworen,
Von Norden naht er, Not treibt ihn:
Das Tor zum Pfad der Toten wird er durchschreiten.

Aus dem dunklen Dunharg im Morgengrauen

Aus dem dunklen Dunharg im Morgengrauen
Mit seinen Mannen ritt Thengels Sohn,
Erreichte Edoras, die uralten Hallen
Der Mark-Statthalter, nebelumsponnen,
Goldnes Gebaelk in Trauer verhangen.
Abschied nahm er von seinem Volke,
Herd und Thron und geheiligten Staetten,
Wo Freude geherrscht, eh das Licht verlosch.
Aus zog der Koenig, Furcht im Ruecken,
Vor sich Geschick. Die Treue trieb ihn;
Was er geschworen, erfuellte er alles.
Aus zog Théoden. Fuenf Naechte und Tage
Ritten ostwaerts die Eorlinger
Durch Folde und Fenmark und Firienwald,
Sechstausend Speere nach Sunlending,
Mundberg die maechtige unter Mindolluin,
Seekoenigs Stadt im Reich des Suedens,
Schicksal trieb sie. Im Kunkel entschwanden sie,
Fanden sie feind- und feuerumzingelt.
Ross und Reiter; ferner Hufschlag
Verscholl in der Nacht: so kuenden´s die Lieder.

Wir hörten von Hörnerklang in den Bergen!

Wir hoerten von Hoernerklang in den Bergen,
Von blinkenden Schwertern im Reiche des Suedens.
Rosse trugen Reiter nach Steinenland,
Gleich Wind in der Fruehe. Krieg entbrannte.
Da fiel Théoden, der maechtige Thengling
Kehrte nie zu den goldenen Hallen,
Nie zu den gruenenden Weiden des Nordens
Heim, der Heerfuehrer. Harding und Guthláf,
Dúnher und Déowin, Grimbold der kuehne,
Herfara und Herubrand, Horn und Fastred
Fochten und fielen dort in der Fremde:
Liegen unter den Grabhuegeln
Von Mundberg, gesellt den Edlen von Gondor.
Nicht kehrte Hirluin an sMeer zu den Huegeln,
Noch zu den bluehenden Taelern jemals
Forlong der Alte nach Arnach wieder
Siegesstolz, noch die Bogenschuetzen
Derufin und Duilin an die dunklen Wasser,
Die Moore von Morthond im Schatten der Berge.
Morgens und abends holte der Tod sich
Herren und Knechte. Lang nun schlafen sie
Unter dem Gras in Gondor am Strome,
Dem silberglaenzenden, traenengrauen.
Rot rollten damals die Wogen,
Blut faerbte das Wasser am Abend;
Als Meldefeuer brannten die Berge;
Rot fiel der Tau in Rammas Edor.

Wenn der Schwarze Atem weht

Wenn der Schwarze Atem weht,
Todesschatten draeuend steht,
Loeschen alle Lichter aus,
Athelas, komm du ins Haus,
Durch Koenigshand zu geben
Sterbenden das Leben!

Silbern strömen die Wasser von Celos nach Erui

Silbern stroemen die Wasser von Celos nach Erui
In den gruenen Gruenden Lebennins!
Hoch waechst dorten das Gras. Der Wind weht von der See,
Wiegt die weissen Lilien,
Laeutet die goldenen Glocken von Malos und Alfirin
In den gruenen Gruenden Lebennins.
Der Wind weht von der See!

Im hellen Westen blüht es schon!

Im hellen Westen blueht es schon,
Von Knospen schwillt der Baum,
Die Finken ueben ihren Ton,
Der Wildbach quirlt im Schaum.
Vielleicht auch steht die klare Nacht
Den Buchen ins Gezweig,
Hat ihnen Sterne zugedacht
Als elbisches Geschmeid.

Lieg ich auch hier zu guter Letzt
In tiefster Finsternis
Wie ausgeblutet, wie zerfetzt,
Es ist mir doch gewiss:
Die Sonne zeiht die hohe Bahn,
Der Stern den milden Lauf,
Solang der Tag noch nicht vertan
Geb ich den Sieg nicht auf.


Langes Leben den Halblingen! Rühmt sie mit grossem Preis!

Langes Leben den Halblingen! Ruehmt sie mit grossem Preis!
Cuio i Pheriain anann! Aglar´ni Pheriannath!
Ruehmt sie mit grossem Preis, Frodo und Samweis!
Daur a Berhael, Conin en Annûn! Eglerio!
Ruehmt sie mit grossem Preis, Frodo und Samweis!
Daur a Berhael, Conin en Annûn! Eglerio!
Preist sie!
Eglerio!
A laita te, laita te! Andave laituvalmet!
Preist sie!
Cormacolindor, a laita tárienna!
Preist sie! Die Ringtraeger, ruehmt sie mit grossem Preis!

Zu dem Meer! Zu dem Meer! Dort schäumen die Wellen!

Zu dem Meer! Zu dem Meer! Dort schaeumen die Wellen,
Und die Schreie der weissen Moewen gellen.
Der Sonnenball sinkt im Westen nieder.
Graues Schiff! Graues Schiff! Mich rufen die Brueder
Aus meinem Volke, die vor mir gezogen.
Ich muss ihnen nach ueber dunkle Wogen,
Den Wald muss ich lassen. Verronnen ist
Unserer Tage und Jahre Frist.
Suess sind die Stimmen der elbischen Rufer,
Ewig gruen ist das Letzte Ufer,
Der Insel Eressëa, die kein Mensch erreicht hat,
Fuer immer unser, der Elben Freistatt.

Singe nun, Volk des Turmes von Anor!

Singe nun, Volk des Turmes von Anor,
Zu Ende fuer immer ist Saurons Herrschaft
Darnieder liegt der Dunkle Turm.

Sing und frohlocke, du Volk vom Turme der Wacht,
Nicht vergeblich habt ihr gewacht!
Das Schwarze Tor ist zerbrochen,
Euer Koenig hat es durchschritten,
Er ist siegreich.

Singet und freut euch, ihr Kinder des Westens,
Euch kehrt der Koenig zurueck,
Unter euch wird er weilen
Zeit eures Lebens!

Der Baum, der verdorrte, wird wieder neu,
An hohem Ort wird pflanzen ihn der Koenig,
Segen wird ruhen auf der Stadt.


Aus Zweifel und Finsternis ritt er, singend!

Aus Zweifel und Finsternis ritt er, singend
Mit blankem Schwert in der Morgensonne.
Hoffnung erweckte er, fiel voller Hoffnung,
Ueber Tod, ueber Grauen und Schicksal erhoben
Aus dem Leben zu immerwaehrender Ehre.

((controlpanel))
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